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Gesundheitsversorgung

Impulse aus der Corona-Krise

Das deutsche Gesundheits­wesen zeichnete sich bislang als nicht besonders innovationsfreundlich aus – bis Covid-19 kam. Denn nun gab es ein ­gemeinsames Ziel: das Virus bekämpfen und sich selbst und andere schützen. Damit entpuppte sich die Pandemie als Treiber nicht nur für digitale Entwicklungen, sondern auch für strukturelle Neuerungen im Gesundheitswesen. Doch damit sich dieses „Window of Opportunity“ nicht wieder schließt, werfen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Medizin und Gesundheitswirtschaft einen kritischen Blick auf die sich während der Corona-Pandemie herauskristallisierten Phänomene und Herausforderungen und erörtern ihre Weiterentwicklungschancen für ein modernes Gesundheitswesen von morgen. Im ersten Teil stehen Innovationen im Fokus, die im direkten Kontext der Coronakrise entstanden sind, zum Beispiel die Covid-19-­Schnelltests am Arbeitsplatz, Videosprechstunden oder die veränderten Arbeitsstrukturen, wie das mobile Arbeiten oder Führung auf Distanz. Der zweite Teil widmet sich weiteren Herausforderungen und Diskussionen der vergangenen zwei Jahre. Exemplarisch zu nennen sind hier die Triage oder die Datenspende im Kontext der Blutspende. Das Buch gibt wichtige Impulse für eine Verbesserung und Moderni­sierung der gesundheitlichen Versorgung.
Stefan Heinemann, David Matusiewicz (Hrsg.): Reth!nk Healthcare. 2021. 412 Seiten. 89,99 Euro. Verlag medhochzwei, Heidelberg.

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Gesundheitsfachberufe

Konzepte für mehr Kompetenzen

Im März 2020 einigten sich Bund, Länder und Fachverbände auf ein Konzept, um die Gesundheitsfachberufe zu modernisieren. Im Fokus standen die zum Teil mehrere Jahrzehnte alten Ausbildungsordnungen. Es ging um finan­zielle Anreize, angemessene Vergütung und Akademisierung, um junge Leute für einen Gesundheitsberuf zu begeistern. Doch das reiche nicht, meinen die Herausgeber des Buches. Vielmehr müsse es darum gehen, den Gesundheitsfachberufen mehr Kompetenzen und Verantwortung zu geben sowie eine interprofessionelle Zusammenarbeit zu ermöglichen. Welche Strate­gien und Handlungsansätze dafür nötig sind, zeigen die Beiträge in diesem Buch. Vertreter von Berufsverbänden, Fachschulen und 14 Professionen stellen jeweils für ihren Beruf die derzeitige Ausbildungsstruktur und das Auf­gabenspektrum vor. Anschließend beleuchten sie, welchen Beitrag ihr Berufszweig qualitativ und ökonomisch zur Verbesserung der Gesundheits­versorgung liefern kann und welche Potenziale dafür erschlossen werden sollten. Ob in Hörgeräteakustik, Ergo­therapie oder Augenoptik – die vorgestellten Visionen fordern die Entscheidungsträger heraus, Konzepte zu entwickeln und die Berufsordnungen für eine zeitgemäße effektive und effiziente Nutzung der Leistungen anzupassen.
Roy Kühne, Jürgen Graalmann, Franz Knieps (Hrsg.): Die Zukunft der Gesundheits(fach)berufe. 2021. 299 Seiten. 49,95 Euro. Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin.

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Nachschlagewerk

Mehr Wissen über Prävention

Das Wissen zu positiven Auswirkungen von zielgerichteten Maßnahmen zur Vermeidung und Vorbeugung von Erkrankungen nimmt immer mehr zu. Hauptanliegen der Ge­sundheitspolitik ist daher, Strategien zu entwickeln, um die Prävention stärker als bisher in der Gesundheitsversor­gung zu verankern. Das zweibändige Nachschlagewerk gibt einen umfassenden Überblick über die relevanten Themen der Gesundheitsförderung. Die mehr als 90 informativen Beiträge namhafter Expertinnen und Experten richten sich an alle Akteure, die in diesem Bereich tätig sind. Der erste Band vermittelt Basiswissen rund um das Thema. Er geht auf die Bedeutung von Gesundheit und Gesundheits­verhalten verschiedener Bevölkerungsgruppen ein, benennt soziale und umweltbezogene Determinanten, nennt Ak­teure und ihre Konzepte und vermittelt Grundlagen der Gesundheitskommunikation. Der zweite Band widmet sich vornehmlich den Handlungsfeldern Suchtprävention, Prävention von Erkrankungen, betriebliche und nicht-betriebliche Gesundheitsförderung. Auch die digitale Gesundheits­förderung und das Qualitätsmanagement sind thematisiert. Abbildungen, Tabellen, Infokästen und Zusammenfassungen machen das umfangreiche Werk übersichtlich.
Michael Tiemann, Melvin Mohokum (Hrsg.): Prävention und Gesundheitsförderung. 2021. 1.241 Seiten. 189,99 Euro. Springer-Verlag, Heidelberg.

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Klimawandel

Werkzeug für CO2-armes Leben

„Wir befinden uns mitten im Klimanotstand. Er ist von Menschen gemacht. Wir können etwas daran ändern“, stellt Mike Berners-Lee klar. Zum Beispiel den eigenen jährlichen CO2-Fußabdruck auf fünf Tonnen verringern. Mit seinem aktualisierten Buch liefert der Autor das dafür notwen­dige Werkzeug. Wir erfahren, welche Treibhausgase in welchem Maß das Klima beeinflussen, was sich hinter dem Begriff CO2-Äquivalent verbirgt und warum ein bewusster CO2-armer Lebensstil Sinn macht. Für knapp 100 alltäg­liche Dinge zu Reisen, Wohnen, Kleidung, Essen und Trinken benennt er auf Basis wissenschaftlicher Daten detailliert und transparent den CO2-Ausstoß und beschreibt unterhaltsam, wie dieser sich erhöht oder verringert, wenn man Alternativen wählt. Wussten Sie zum Beispiel, dass sorgsames Abwaschen per Hand in warmem Wasser weniger CO2 freisetzt als der vollgeladene Geschirrspüler im Eco-Programm? Oder dass ein Kilo Reis mehr Emissionen verursachen kann als die Verbrennung von einem Liter Diesel? Auf unterhaltsame Art schafft Berners-Lee mit seinen informativen Beispielen und praktischen Vorschlägen zur CO2-Reduzierung ein Bewusstsein für ein ressourcenschonendes Leben, ohne gleich den Zeigefinger zu heben.
Mike Berners-Lee: Wie schlimm sind Bananen? 2021. 280 Seiten. 22 Euro. Verlag Midas, Zürich.

Beate Ebbers ist freie Journalistin in Peine.
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